BEAUTY — BORN FROM TEXTILE WASTE

Tine Arlt und Uli Riedel sind das Gründerteam von manaomea. Sie hat die große Vision, er den verspielten Erfindergeist und sie beide haben mächtig viel Feuer für ihre Sache. Was diese Sache ist? Kurz gesagt: Sie machen Textilabfälle zu einzigartig schönen, hochwertigen Produkten, erhöhen dabei die Arbeitslebensqualität von so vielen Menschen wie möglich und schauen, was diese Wunderkiste, die ihr Unternehmen ist, sonst noch so hergibt.

Tine und Uli, ihr bietet Kugelschreiber und Design-Stühle in eurem Shop an, aber das scheint nur die Spitze des Eisbergs zu sein. Euer Potenzial ist so groß, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll! Was ist es genau, das ihr tut?

Tine: Das ist eine gute Frage, wir wissen manchmal auch nicht so recht, wie uns geschieht. Ich würde einfach sagen: Wir sind ein Social Business, das einen guten und sauberen Weg gefunden hat, Textilabfälle zu verwerten. Was wir damit alles bewegen können, wird die Zeit zeigen. Aber wir haben richtig Bock – nicht Bäume auszureißen, aber Berge zu versetzen ;)

Ihr habt also ein Material erfunden, aus dem alles Mögliche werden kann. Was ist das für ein Produkt?

Uli: Es besteht aus zwei Komponenten: Textilmüll und Bio-Harz. In Verbindung ergibt das ein Material mit ähnlichen Eigenschaften wie Teakholz: Es ist besonders hart, fest und unheimlich schick. Wir finden es natürlich noch viel schöner und besser als Teak, weil es nicht nur interessanter und einzigartiger aussieht, sondern vor allem diesen ganz besonderen inneren Wert hat. Deshalb verstehen wir unsere Produkte als „Beauty born from textile waste“.

Das bedeutet also, dass die Schönheit eures Produkts auch in seiner Nachhaltigkeit liegt. Über Nachhaltigkeit sprecht ihr aber vergleichsweise wenig, fast so, als wäre das vollkommen selbstverständlich.

Uli: Ist es auch. Wir sind Erfinder und wir lieben diese Welt; wieso also sollten wir etwas erfinden, das für sie nicht gut ist? Das ist ein No-Brainer.
Tine: Unser Produkt sieht aber auch schön aus, weil es aus Stoffresten besteht, und Stoff krass ist: die Farben, die Muster, wie er sich anfühlt, welche Geschichten er erzählt und wie viel Kultur in ihm steckt – das hört einfach nie auf, uns zu begeistern.

Kann man euer Material genauso verwenden wie Holz?

Tine: Wir raten davon ab, es irgendwie nachzubearbeiten, um die Integrität des Materials nicht zu gefährden. Ansonsten verhält es sich genau wie Edelholz, wobei es schwerer ist: Perfekt für Outdoor-Möbel, die witterungsbeständig sein sollen und sich von Sturm Helene, Sabine und Co. nicht rumschubsen lassen. Unsere Möbel fliegen bei Wind jedenfalls so schnell nicht weg.

Apropos „fliegen“: Ihr kennt euch aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt?

Tine: Ja, wir haben beide einen wissenschaftlichen Hintergrund, ich als Materialwissenschaftlerin und Uli als Chemiker. Aber wir sind mindestens genausosehr Herzmenschen wie Kopfmenschen, deshalb reichte uns Wissenschaft allein nicht: Wir wollten etwas Eigenes, Gutes, Soziales. Etwas, bei dem wir unsere knallbunten Klamotten tragen können und Leute treffen, die einen guten Vibe haben.

Habt ihr eine Vision?

Uli: Vision ist Tines große Stärke. Sie hat das 360 °- Blickfeld und sorgt dafür, dass bei uns sowohl Social als auch Business dasselbe Maß an Aufmerksamkeit bekommen. Und ich bin der hemdsärmelige Erfinder. Wir sind eine gute Kombo aus Vision und Erfindergeist.
Tine: Und unsere große Vision ist es, eine weltweite Bewegung in die richtige Richtung zu sein. Wir arbeiten darauf hin, eine globale Materialmarke zu werden, die ihr Produkt samt Anlagentechnik an Firmen lizenziert, die unsere Werte teilen: Es kommen nur Textilmüll und unser Bio-Harz in die Anlage und alle Arbeitsplätze sind sozial fair. Wir lieben unseren Planeten und alle, die sich auf ihm tummeln. Deshalb wollen wir ganzheitlichen Impact: im Material an sich, sozial vor Ort und insgesamt im Sinne der Kreislaufwirtschaft. Und wir wollen unser fantastisches Produkt in Zukunft in vielen Branchen sehen.

Was braucht ihr, um diese Vision zu erfüllen?

Tine: Wir brauchen zum einen Investoren und zum anderen Partner, die unser Material weiterverarbeiten. In einer idealen Welt fänden wir einen großen Investor, der unser Produkt direkt verwenden möchte. Und wir wollen unsere Anlagen direkt zu den Bergen aus Textilmüll bringen, um dort etwas zu verändern. Unbedingt wollen wir das und so schnell wie möglich!
Uli: Wir sind guter Dinge, denn wir haben schon festgestellt: Dadurch, dass wir mit manaomea scheinbar etwas Besonderes in die Welt bringen, lernen wir auch wirklich besondere Menschen kennen. Am Ende sind es diese wahnsinnig starken Begegnungen und das Wissen, dass es nur zusammen geht, die manaomea ausmachen.

Was steht bei manaomea als nächstes an?

Tine: Als nächstes launchen wir einen Biergartenstuhl, der eure Herzen im Sturm erobern wird. Schockverliebt werdet ihr sein. Daneben ist auch noch einiges in Bewegung – stay tuned, das wird super.